Die Wirtschaft des Baskenlandes ist im vergangenen Jahrzehnt zügig gewachsen: das Pro-Kopf-BIP stieg von 89,6 % im Jahr 1990 auf 129,9% im Jahr 2006 und gehört damit von der Kaufkraft her zu den drei EU-Ländern mit dem höchsten Parität Einkommen.
Eine der Ursachen dieser Wirtschaftskraft ist, mit 38,90% des BIP, das Schwergewicht der Industrie und Aufbaus im Baskenland, verglichen mit dem BIP der EU27-Länder, das im Schnitt 26,41% beträgt. Ein 100-jährige Industrietradition hat die baskische Industrie wettbewerbsfähig gemacht und ihr zunehmend Anteile am Außenhandelsmarkt, insbesondere dem europäischen, verschafft. Die von der baskischen Regierung praktizierte Industriepolitik, Investitionsanreize, Unterstützung der Qualitätsverbesserung, Innovation und Technologie haben letztendlich die heutige Wettbewerbsfähigkeit bewirkt.
Die Spezialisierung der Industrie hat jedoch andererseits den Trend der baskischen Wirtschaft zur Dienstleistung nicht unterbunden. Der Dienstleistungssektor absorbiert heute 64,64% der erwerbstätigen Bevölkerung und erwirtschaftet 60,20% des baskischen BIP. Zur traditionellen Stärke des Finanzsektors, deren klarer Exponent die Börse Bilbaos ist, kommen noch die rasante Entwicklung fortgeschrittener Dienstleistungen für Unternehmen, die Modernisierung des Handels - insbesondere durch die Internnationale Messe Bilbao (BEC) - und der Aufschwung im Fremdenverkehr.
Diese wirtschaftliche Entwicklung wirkt sich positiv auf die Erwerbslosenquote aus, die seit 1999 rückläufig ist und 2007 im Schnitt 3,3% betrug, das ist die niedrigste Quote des letzten Jahrzehnts und liegt im Rahmen der mittleren europäischen Parameter. Ihr Ursprung liegt zwar in den umfangreichen, von den Unternehmen im baskischen Territorium getätigten Investitionen, die mit 25,7 gegenüber 18,2 der EU-27 eins zu den höchsten der Europäischen Union gehören, ebenso trifft jedoch auch zu, dass das Baskenland begonnen hat, sich den Herausforderungen der Globalisierung zu stellen. Um ihr sicher gewachsen zu sein, haben öffentliche Institutionen und private Organisationen in einer gemeinsamen Anstrengung einen Weg eingeschlagen, an dessen Ende eine neue, wettbewerbsfähigere aber auch menschlichere sozioökonomische Politik stehen soll.