Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind die beiden Hauptachsen des Energetischen Strategieplans des Baskenlandes bis 2010.
Erstes großes Ziel ist es, jährlich Verbrauchseinsparungen im Vergleich zum Vorjahr im Rahmen der derzeitigen Tendenzen (+3,4%) zu erreichen. Auf diese Weise, und vorausgesetzt, dass die derzeitigen Wachstumsraten beibehalten werden, kann der theoretische Gesamtverbrauch bis 2010 um 15% reduziert werden.
Ein weiteres, bedeutendes Ziel ist es, zu erreichen, dass die erneuerbaren Energien 12% des Energiekonsums im Baskenland ausmachen und die Kraft-Wärme-Kupplung plus der erneuerbaren Energien einen Anteil von 30% der Stromversorgung stellen.
Um Qualität, Kontinuität und Wettbewerbsfähigkeit der Versorgung sicherzustellen, wird das Energiesystem mit Hilfe von Infrastruktur hauptsächlich auf den Gebieten Elektrik und Erdgas konsolidiert.
Bei gleichzeitiger Verstärkung der Koordination wird den Bereichen der technologischen Entwicklung und den Mitteln für F+E+i im Energiesektor Priorität gegeben.
Der Energetische Strategieplan wird zur Folge haben, dass die Abgasemissionen mit Treibhauseffekt spürbar verringert werden und wird ein Schlüsselelement bei der Erreichung der Ziele von Kioto sein.
Die Baskische Regierung fördert Investitionen im Energiesektor im Werte von 4,9 Mrd. Euro. Davon werden 423 Millionen Euro aus öffentlichen Geldern bestritten. Damit wird die Abhängigkeit von Erdöl verringert und Erdgas und erneuerbaren Energien Vorrang gegeben. Die Regierung beabsichtigt die Nutzung des Erdöls auf 36% und für Erdgas auf 52% zu reduzieren, die Produktion der erneuerbaren Energien auf 12% zu erhöhen und die Nutzung von Kohle auf 2% zu senken.
Eines der elektrischen Kraftwerke, das die Energieselbstversorgung und die Diversifizierung der Lieferquellen sichern soll, ist Bahía de Bizkaia Electricidad (BBE) mit Beteiligung von Iberdrola, Repsol, BP und Ente Vasco de la Energía (EVE) (baskische öffentlich-rechtliche Energiekörperschaft). Dabei handelt es sich um ein Kombikraftwerk mit einer Leistung von 800 MW, das 2003 eingeweiht wurde und bereits ans Netz gegangen ist. Investiert wurden 260 Mio. EUR. Der Standort des Kraftwerks befindet sich im Hafen Bilbao.
Kurz nach der Inbetriebnahme dieses Kraftwerks ging die Wiederverdampfungsanlage Bahía de Bizkaia Gas (BBG) in Betrieb und versorgt Bahía de Bizkaia Electricidad (BBE) mit Gas. Die Investition betrug 204 Mio. EUR in einer ersten Phase. Die Anlage verarbeitet das auf dem Seeweg angelieferte flüssige Erdgas und versorgt damit nicht nur die Energieerzeugungsanlagen sondern auch das Verteilernetz.
VERTEILUNG DES ENERGIEVERBRAUCHS
Nach Herkunft der Energie

Gleichzeitig wurde das Iberdrola-Wärmekraftwerk Santurtzi in ein Kombikraftwerk umgebaut. Die ESB-Kombikraftwerke in Amorebieta und bei Zabalgarbi Bilbao laufen derzeit im Testbetrieb. Für das von ESB in Irland unter dem Namen Bizkaia Energía auf den Weg gebrachte Kraftwerk wurden 390 Mio. EUR aufgewendet. Seine Leistung beträgt 800 MW.
Bei dem von u.a. von der Firma Sener, FCC, der Provinzialregierung Bizkaia, der BBK kontrollierten Unternehmen Zabalgarbi handelt es sich um eine Müllverbrennungs- und Energieerzeugungsanlage, in die 153 Mio. EUR zur Erzeugung einer Leistung von 90 MW investiert wurden.
Bei den erneuerbaren Energien stehen Windkraft-, Sonnen- und Biogasenergie an erster Stelle. Das beweisen der Ausbau des Windkraftparks in Elgea-Urkilla von 40 auf 78 Windgeneratoren und der Betrieb des Oiz-Parks als erstem der sechs im baskischen Plan Territorial Sectorial de la Energía Eólica (Territorialer sektorieller Windkraftenergieplan) vorgesehen Standorte. Bauträger beider Anlagen ist Eólicas de Euskadi, ein Unternehmen mit 50 %iger Beteiligung des Ente Vasco de la Energía und von Iberdrola.
Ente Vasco de la Energía
Die der baskischen Regierung unterstehende Grupo Ente Vasco de la Energía soll im Baskenland Energie unter den bestmöglichen Bedingungen und Kosten und umweltschonend bereitstellen. Die EVE strebt dabei Energieerzeugung im kombinierten Prozess mit Erdgas und Kraft-Wärme-Kopplung an, die zunehmend an die Stelle konventioneller Erzeugung treten.
Gas de Euskadi
Die Gruppe Hidrocantábrico, die aus dem Privatisierungsprozess des Gassektors im Baskenland als Sieger hervorgegangen ist, brachte den Zusammenschluss durch Übernahme von Gas de Euskadi, Donostigas, Gas de Asturias, Gas Figueres und Naturcorp Multiservicios in die Firma Naturcorp zustande; dazu gehörten auch die 50%igen Beteiligungen an den Gesellschaften Bilbogas y Gasnalsa. Gas Euskadi brachte einen langfristigen Erdgasversorgungsvertrag mit der von BP, Amoco und Repsol ins Leben gerufenen Gesellschaft Atlantic zum Abbau der Vorkommen in Trinidad and Tobago in die Firma Naturcorp ein. Kürzlich hat die portugiesische Gesellschaft EDP 92% der Anteile von Hidrocantábrico erworben.
Iberdrola
Iberdrola ist das größte spanische Privatunternehmen und eines der bedeutendsten Europas. Das Unternehmen mit Sitz in Bilbao (Bizkaia) hat dank seiner intensiven Aktivität großes spezifisches Gewicht in der baskischen Wirtschaft. Iberdrola steht aber auch an der Spitze einer Unternehmensgruppe, die auf fünf großen Bereichen aufgebaut ist: Energie, Telekommunikationen, Innmobilien, Kundendienst und schließlich der Bereich, in dem die Aktivitäten der Corporación IBV zusammengefasst ist, einer Holding mit Interessen in zahlreichen Sektoren, an der auch die Bank BBVA beteiligt ist.
Petronor
Das Unternehmen Petronor ist ein weiteres Flagschiff des baskischen Energiesektors. Petronor, woran Repsol die Mehrheit von 89 % hält, produziert Erdölerzeugnisse und ist das größte spanische Exportunternehmen. Die Raffinerie besitzt derzeit zwei Rohöldestillieranlagen und eine FCC-Anlage zum katalytischen Kracken sowie zwei kleinere Anlagen. Die Anlage in Muskiz beschäftigt 900 Mitarbeiter und ihre Leistungsfähigkeit erlaubt die Verarbeitung von elf Mio. Jato Rohöl; sie besitzt darüber hinaus Lagerkapazitäten für mehr als eine Million Kubikmeter Rohöl in dreizehn Lagertanks sowie für ca. eine weitere Million Fertigprodukte in sechzig verschiedenen Lagertanks. Dies alles summiert sich zu einer modernen und umfangreichen spanischen Anlage des Sektors.
El Cluster de la Energía
Ziel des im November 1996 ins Leben gerufenen Verbandes Cluster de Energía ist die Durchführung von Aktionen und Untersuchungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Energiebereich. Dem Verband gehören zum jetzigen Zeitpunkt insgesamt 83 Mitglieder an, die 95 % des von diesem Sektor im Baskenland erwirtschafteten BIP sowie 30 % des industriellen BIP einbringen. Er beschäftigt 27.000 Mitarbeiter und sein Umsatz beträgt 12,5 Mrd. EUR im Jahr 2004.
Angesichts der Komplexität des baskischen Energiesektors, der sich aus Unternehmen ganz unterschiedlicher Tätigkeiten und voneinander abweichender Strategien zusammensetzt, liegt der Aufgabenbereich des Cluster de Energía in der Suche nach Ergänzungslücken, um so das Potenzial aller Mitglieder auf gemeinsame Zielsetzungen zu richten, wie verbesserte Präsenz auf den einzelnen Märkten, Bildung von Firmenkonsortien, um mit ausreichender Garantie Zugang zu Großprojekten zu erhalten, Beschaffung von Investitionsprojekten, technologische Planung und Kooperation für Forschung und Entwicklung (F+E) oder die Optimierung der Energieressourcen innerhalb des Baskenlandes